Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Begrifflichkeiten und Definitionen

Begrifflichkeiten und Definitionen

Der Clusterdatenbank Baden-Württemberg liegen folgende Begriffsbestimmungen zu Clustern, Clusterinitiativen und landesweiten Netzwerken zugrunde:

Cluster

Icon Löwe rechtsUnter Cluster wird die Ausrichtung als „innovative Wirtschaftscluster“ in einem geografisch abgegrenzten Raum (regional) verstanden. Das heißt, es handelt sich um die zielbezogene Zusammenarbeit von Unternehmen – die auch miteinander in Wettbewerb stehen können – mit weiteren Partnern aus Forschung, Wissenschaft und Verbänden in einem Wirtschaftsraum, um gemeinsam einen höheren Gesamtnutzen zu erzielen. Die Zusammenarbeit kann in ihrer Entwicklung unterschiedliche Ausprägungen haben. So können im „Lebenszyklus“ eines Clusters mal die mehr forschungsgetriebenen Themen dominant sein und ein anderes Mal die rein wirtschaftlichen Bereiche wie Marketing im Fokus stehen.

Als wesentliche Bestimmungskriterien für regionale Cluster können (nicht abschließend)

  • die thematisch-marktbezogene Nähe (horizontal: gleiche Produkte, Dienstleistungen; vertikal: gleiche Wertschöpfungskette oder Stufen davon),
  • die geografische oder räumliche Nähe (schnelle Erreichbarkeit, leichte Abstimmungsfähigkeit),

  • eine ausreichende Anzahl und Dichte von Unternehmen (kritische Masse) sowie

  • ein mindestens nationales Absatzpotenzial der Produkte bzw. Dienstleistungen und damit aus regionaler Sicht hohe Exportfähigkeit

genannt werden. Diese zentralen Elemente ermöglichen eine räumlich verbindende unternehmerische Clusterkultur. Erst die Kombination von inhaltlicher und räumlicher Nähe der verschiedenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette eröffnet die Möglichkeit, Innovationsprozesse zu implementieren. Kennzeichen sind daher die räumliche Nähe von Unternehmen zu Einrichtungen der angewandten Forschung, Universitäten, Fachhochschulen oder Transferinstituten. Diese sind unmittelbar für die innovative Weiterentwicklung der Produkte wichtig und damit für die Wertschöpfung im Cluster. Mittelbar sorgen sie auch für den benötigten fachlichen Nachwuchs.

Dabei ist zu beachten, dass regionale Wirtschaftscluster in der Vergangenheit immer wieder auch ohne die Einbeziehung wissenschaftlicher Einrichtungen wie Universitäten, Forschungs- und Transferinstituten entstanden sind. In vielen Fällen sind die Kunden, ihre Produkt- und Anwendungserfahrungen sowie die daraus resultierenden Optimierungsvorstellungen zugleich eine zentrale Quelle für innovative Produkt- und Verfahrenslösungen.

Clusterinitiative

 

Icon Löwe rechtsVon einer Clusterinitiative wird gesprochen, wenn die in den Netzwerken entstandenen innovationsorientierten Kooperationsbeziehungen zunehmend strategisch und systematisch abgestimmt und dokumentiert werden (Marketing), gezielt Lücken, beispielsweise in den Kompetenzen oder der Wertschöpfungskette, geschlossen werden und wenn diese Aktivitäten organisatorisch fundiert werden, beispielsweise durch Einbindung in eine Trägerorganisation. Oft sind solche Clusterinitiativen als Teil der Wirtschaftsförderung oder des Technologietransfers in die regionale Strukturpolitik und/oder Innovationspolitik eingebunden oder sogar von dort gegründet. Entscheidend bleibt, dass die Cluster-Akteure auf Grund einer gemeinsamen Zielsetzung in der systematischen und organisatorisch verorteten Zusammenarbeit im Cluster einen höheren Einzel- und Gesamtnutzen erkennen und anstreben, den sie alleine nicht schaffen könnten. Gegenüber - überregional und landesweit ausgerichteten - Netzwerken oder losen Kooperationsformen zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie regional verortet sind und gezielt innovative Kooperationspotenziale systematisch aktivieren, um Synergien und Wachstum zu generieren.

Auf dieser definitorischen Grundlage wurden deshalb reine Kompetenz-, Marketing- und Innovationsnetzwerke oder Technologiezentren sowie andere Netzwerke ohne innovativen clusterrelevanten Bezug wie z. B. Tourismusgesellschaften nicht aufgenommen. Tourismusbezogene Initiativen wurden nur insoweit aufgenommen als sie in einer flankierenden Unterstützung zu Gesundheitsdienstleistungen stehen.

Landesweite und regionsübergreifende Netzwerke / Plattformen

 

Icon Löwe rechtsDie landesweiten Netzwerke bzw. auch Innovationsplattformen übernehmen die landesweite Koordination und Moderation der relevanten regionalen Cluster bzw. Clusterinitiativen zusammen mit weiteren Partnern, wie z. B. Standortagenturen, Messegesellschaften oder Transfereinrichtungen, zur Erhöhung der Synergieeffekte. Ihre Aufgabe ist es, die bestehenden Netzwerke und regionalen Clusterinitiativen im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette und Kompetenzkompetenz thematisch zu konzentrieren, besser untereinander abzustimmen und auf Landesebene eine effektive Koordination und Kooperation zu ermöglichen.

 

Vgl. der begrifflichen Abgrenzung siehe: Analytische und konzeptionelle Grundlagen zur Clusterpolitik in Baden-Württemberg. 2008